Rotthalmünster: Ein Stück Weltkirche wurde spürbar als Bischof Moses Prakasam aus der Diözese Nellore in Indien zusammen mit vielen Gläubigen aus dem Pfarrverband Rotthalmünster die sonntägliche Eucharistiefeier zelebrierte. Pfarrvikar Bernardu Cheemalapenta organisierte den Besuch des indischen Oberhirten, der ihn vor 16 Jahren zum Priester geweiht hat. Das Bistum Nellore liegt im südöstlichen Teil Indiens, im Bundesstaat Andra Pradesh. Die Diözese erstreckt sich auf ein Gebiet von 36 Tausend Quadratkilometer. Von den 9 Millionen Einwohnern sind nur 85 000 Christen.
Nach der Begrüßung durch Ortspfarrer Jörg Fleischer eröffnete Bischof Moses die feierliche Liturgie, die von Ludwig Weidinger an der Orgel begleitet wurde. In seiner Predigt erzählte Bischof Moses von der oft schwierigen Situation der Kirche in Indien. Die Probleme dort sind ganz anders gelagert als in Deutschland. Es gibt zahlreiche Berufungen zum priesterlichen Dienst und zum Ordensleben. Die Gottesdienste sind sehr gut besucht und das ehrenamtliche Engagement als Katecheten und Laienhelfer ist groß. Sorgen bereitet dem Bischof jedoch die politische Situation gegenüber den Christen und die große Armut vieler Familien, besonders der Kinder.
Die meisten Menschen im Bistum seien landlose Arbeiter, die kaum ihre Familien ernähren können noch für die nötige Bildung Sorge tragen können.
Die Kirche hat darum einen großen pastoralen Bildungsauftrag und unterhält zahlreiche Schulen und Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Obwohl Lepra in vielen Teilen der Erde verschwunden ist versorgt das Bistum Nellore in vielen Häusern der Nächstenliebe die Kranken und hilft ihnen zu einem würdigen Leben. Gerade Leprakranke werden in den Dörfern vertrieben und müssen arm und verachtet auf der Straße leben.
Mit einem Appell an die Gottesdienstbesucher sich an die christliche Solidarität und Nächstenliebe zu erinnern, bat er um das Gebet und um finanzielle Unterstützung der Kirche in Indien.
Am Ende der Messfeier konnte Frau Helga Endisch vom Missionskreis Kößlarn 1000 Euro an Bischof Moses übergeben. Zugleich dankte Pfarrer Jörg Fleischer dem Bischof für die vielen indischen Priester, die im Bistum Passau und in vielen deutschen Bistümern ihren Dienst tun. Fleischer sagte: „So erleben wir, was Weltkirche bedeutet und das Wort katholisch (allumfassend) meint. Vergelt‘s Gott für ihre Priester, die uns in der Seelsorge unterstützen.“
Am Ende des festlichen Gottesdienstes spendete Bischof Moses Prakasam den apostolischen Segen und betete in den Anliegen des Papstes.


