Pfarrei
Abschluss der Innenrenovierung
Rotthalmünster. Einen spannenden Einblick in die jahrhundertelange Geschichte der Pfarrei und Pfarrkirche Maria Himmelfahrt bot Heimatforscher und Ehrenbürger Herbert Reinhart im voll besetzten Pfarrsaal. Anlass war die Vorstellung der Festschrift zum Abschluss der Innenrenovierung der Pfarrkirche.
Immer wieder musste das Gotteshaus im Laufe seiner langen Geschichte renoviert und instand gesetzt werden. Größere Innenrenovierungen fanden unter anderem 1958 und 1984 statt. Mit der jüngst abgeschlossenen Maßnahme wurde ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Kirche hinzugefügt.
In seinem Festvortrag nahm Herbert Reinhart die Zuhörer mit auf eine Zeitreise von den Anfängen der Pfarrei bis in die Gegenwart. Reinhart gilt als wandelndes Geschichtslexikon, wenn es um Rotthalmünster, seine Geschichte und seine Menschen geht. Auch an diesem Abend stellte er sein umfangreiches Wissen eindrucksvoll unter Beweis. Über viele Jahre hat er die Geschichte der Pfarrei erforscht, sämtliche Pfarrer zusammengetragen sowie zahlreiche Urkunden und historische Fotografien ausgewertet. Dadurch entstand ein umfassender Überblick über die Entwicklung der Pfarrei von ihren Ursprüngen bis heute.
Bürgermeister Günter Straußberger und Pfarrer Jörg Fleischer würdigten in ihren Grußworten die außergewöhnliche Forschungsarbeit Reinharts. Ohne seinen unermüdlichen Einsatz wäre eine derart fundierte Darstellung der Pfarrgeschichte nicht möglich gewesen.
Die Entstehung Rotthalmünsters geht auf das älteste Eigenkloster der Region zurück, ein Benediktinerkloster, das zwischen 730 und 740 vom Edlen Wilhelm unter Herzog Hugbert mit Genehmigung Herzog Odilos gegründet wurde. Beide gehörten dem Geschlecht der Agilolfinger an. Der Ortsname leitet sich vom lateinischen „Monasterium“ (Münster) ab. Aus der späteren Bezeichnung „Marckh Münster im Roth Thal“ entwickelte sich schließlich der heutige Name Rotthalmünster.
Auch die Baugeschichte der Pfarrkirche erläuterte Reinhart. An der Stelle des heutigen Gotteshauses entstand in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts eine romanische Pfarrkirche, deren Turmunterbau bis heute erhalten geblieben ist. Nachdem die Kirche 1452 bis auf den Turm abgebrochen worden war, begann unter Baumeister Hans Wechselperger aus Burghausen der Bau der heutigen spätgotischen Kirche. Verantwortlich dafür war Pfarrer Ägidius Kräl, dessen Epitaph sich noch heute im Chor befindet. 1733 erhielt der Turm durch den Landshuter Hofbaumeister Johann Georg Hirschstetter seine heutige Gestalt. Im Jahr 1900 wurden die Seitenwände durch neugotische Vorhallen verlängert, um Platz für eine größere Empore zu schaffen.
Viele weitere interessante Details zur Geschichte der Pfarrei und ihrer Pfarrkirche sind in der neu erschienenen Festschrift nachzulesen. Sie ist zum Preis von zehn Euro im Pfarramt sowie in der Sakristei erhältlich.
Zum Abschluss dankte Pfarrer Jörg Fleischer Herbert Reinhart herzlich für die Erstellung der Festschrift. Mit ihr sei ein wertvoller Beitrag zur Bewahrung der Geschichte von Pfarrei und Pfarrkirche Maria Himmelfahrt gelungen. Der nächste Höhepunkt anlässlich des Abschlusses der Innenrenovierung ist der Besuch vom Bischof Stefan Oster am Samstag, den 18. Juli.


